Von Frank Wilhelm
Wer jetzt über das drohende Aus für die Internet- und Telefoniefirma Media-N lamentiert, lamentiert zu spät. Der Anfang vom Ende begann spätestens im Sommer 2007, als die Stadtwerke ihren Ausstieg aus der halb privaten, halb kommunalen Firma angekündigt hatten. neu.sw hatte bereits die Fitflat-Pläne in der Schublade, von denen es trotz Kritik nicht abzubringen war.
Der scharfe Schnitt von neu.sw hätte die Chance für eine saubere Trennung von der Media-N mit sich bringen können. Hätte: Denn von Anfang an wurden die Verhandlungen für einen fairen Netzvertrag, der Fitflat und Media-N eine Chance hätte geben können, durch politische Querelen gestört. Die Geister schieden sich an Media-N-Geschäftsführer Michael Nötzel, der mit seinen Querschüssen Richtung CDU und Paul Krüger natürlich nicht gerade für entspannte Vertragsverhandlungen sorgte.
Die Ursachenforschung für das jetzige Dilemma ist komplex. Fakt bleibt, verloren haben beide Seiten: Die Media-N und ihre Mitarbeiter, die vor einer ungewissen Zukunft stehen, und die Stadtwerke, die wohl bald auf die Einnahmen dank der Media-N verzichten müssen.

Kommentar schreiben
Subkommentare ausblenden